Halbe-Halbe
Ein
länderübergreifendes, Menschen verbindendes interaktives
Kunstprojekt
„Halbe-Halbe“, ein inzwischen zum Synonym
für respektvolle
Partnerschaft gewordenes Reizwort, ist der Titel eines völlig
neuen
Ausstellungskonzeptes des ICCA (International Contemporary Ceramic
Art),
eines 2004 gegründeten Vereins zur
Förderung der internationalen
zeitgenössischen Keramik-Kunst. Es soll KeramikkünstlerInnen,
die traditionell Einzel-KämpferInnen
sind, zusammenbringen, und neben dem menschlichen einen befruchtenden
künstlerischen Austausch bewirken.
Die Idee:
Künstler – im Folgenden immer
geschlechtsneutral – des ICCA
aus allen Mitgliedsländern können sich beteiligen und
akzeptieren damit die Ausstellungsbedingungen:
Jeweils zwei Künstler werden per Los
ermittelt und bilden
damit ein Paar für zwei Gemeinschaftskunstwerke.
D. h.: Jeder Teil des
Paares beginnt eine Skulptur und jeder beendet eine.
Jeder legt einmal die Latte möglichst hoch und jeder drückt
einmal dem Partnerwerk seinen Stempel auf.
Das erfordert viel
Einfühlungsvermögen, viel Respekt für die
Arbeit des Partners und einen professionellen Blick auf das
Gesamtkunstwerk.
Das heißt auch: sein Ego hintanzustellen und doch sein ganzes
Können und seine
persönliche Handschrift einzubringen.
Was diese Form des Teamworks nicht nur
für die Künstler
sondern auch für die Betrachter (Ausstellungsbesucher,
Katalogbesitzer) so
spannend macht, ist das dokumentierte
Aufeinandertreffen
und sich Nähern von Gegensätzen:
Schwerkraft trifft auf Leichtigkeit,
formale Meister treffen auf
Oberflächenkünstler,
Figurale auf Abstrakte,
Kultur auf Barbarei,
Steinzeug auf Porzellan....
Jeder, der sich darauf einlässt, muss
bereit sein, auf neuen
Spuren zu gehen. Möglichst in den Schuhen des anderen.
Wie auch immer
der
„Stoffwechsel“ stattfindet, ob durch
Ateliertausch oder paralleles Arbeiten am selben Ort (Symposium), fest
steht,
dass (vorerst) je zwei Künstler in einen intensiven Dialog
miteinander treten.
Und da der beendende Partner auch immer die Verantwortung für den
Brand trägt,
ist ein interessiertes Zuhören und ein sensibles Erfahren der
künstlerischen
Intentionen, der Arbeitstechniken und Materialien des Ersten Voraussetzung für ein gelungenes Ergebnis.
Um den Dialog auf alle teilnehmenden
Künstler auszudehnen und noch viel
weitere Kreise zu
ziehen, sind Wanderausstellungen in alle
Mitgliedsländer sowie eine
Dokumentation der Annäherungsschritte geplant.
Dieser erweiterte Dialog wird mit Sicherheit
dazu beitragen,
die zeitgenössische Keramikkunst mehr in den Blickpunkt der
Öffentlichkeit zu
rücken, ihre Wertschätzung anzuheben,
und die einzelnen Künstler zu ermutigen, festgefahrene Wege zu
verlassen und Neues zu wagen. Im Sinne
einer freien,
selbstbewussten, modernen Kunst.
copyright: Ucki
Kossdorff
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