Halbe-Halbe. Fifty-Fifty. Fele-Fele....

Das  1. ICCA- Symposium. Ein künstlerisches „Blind Date“

 Im Oktober 2009 fand im ICS/Internationalen Ceramic Studio in Kecskemet/Ungarn das 1. ICCA-Symposium statt (Idee sieheKonzeptblatt). 17 TeilnehmerInnen aus 9 Ländern ließen sich voll Mut, Einfühlungsvermögen und Respekt auf ein Experiment ein, dessen Folgen zu diesem Zeitpunkt nicht abzusehen waren. 6 weitere KünstlerInnen vollzogen den „Stoffwechsel“ aus Termingründen später extern.

Hier die ersten Ergebnisse und Tagebuchzitate der Teilnehmenden.

Mehr über das Symposium ab 1. März in der neuen „Neuen Keramik“/“New Ceramics“.

Die 1.Ausstellung mit den Gemeinschaftswerken der Paare, sowie mit Einzelwerken der KünstlerInnen, die zeigen, aus welchem Geist heraus die gemeinsamen Arbeiten entstanden sind, findet am 15. April 2010 in der Kunsthalle in Szombathely statt.

Einladung folgt hier.


  DAS PROJEKT

TAGEBUCH

BILDERGALERIE



Halbe-Halbe

Ein länderübergreifendes, Menschen verbindendes interaktives Kunstprojekt                 

„Halbe-Halbe“, ein inzwischen zum Synonym für respektvolle Partnerschaft gewordenes Reizwort, ist der Titel eines völlig neuen Ausstellungskonzeptes des ICCA (International Contemporary Ceramic Art), eines  2004 gegründeten Vereins zur Förderung der  internationalen zeitgenössischen Keramik-Kunst. Es soll KeramikkünstlerInnen, die traditionell Einzel-KämpferInnen sind, zusammenbringen, und neben dem menschlichen einen befruchtenden künstlerischen Austausch bewirken.

Die Idee:

Künstler – im Folgenden immer geschlechtsneutral – des ICCA aus allen Mitgliedsländern können sich beteiligen und akzeptieren damit die Ausstellungsbedingungen:

Jeweils zwei Künstler werden per Los ermittelt und bilden damit ein Paar für zwei Gemeinschaftskunstwerke.  D. h.:  Jeder Teil des Paares beginnt  eine Skulptur und  jeder beendet  eine. Jeder legt einmal die Latte möglichst hoch und jeder drückt einmal dem Partnerwerk seinen Stempel auf.

Das erfordert viel Einfühlungsvermögen, viel Respekt für die Arbeit des Partners und einen professionellen Blick auf das Gesamtkunstwerk. Das heißt auch: sein Ego hintanzustellen und doch sein ganzes Können und seine persönliche Handschrift einzubringen.

Was diese Form des Teamworks nicht nur für die Künstler sondern auch für die Betrachter (Ausstellungsbesucher, Katalogbesitzer) so spannend macht, ist das dokumentierte Aufeinandertreffen und sich Nähern von Gegensätzen:

Schwerkraft trifft auf Leichtigkeit,

formale Meister treffen auf Oberflächenkünstler,

Figurale auf Abstrakte,

Kultur auf Barbarei,

Steinzeug auf Porzellan....
 

Jeder, der sich darauf einlässt, muss bereit sein, auf neuen Spuren zu gehen. Möglichst in den Schuhen des anderen.

Wie  auch immer der „Stoffwechsel“  stattfindet, ob durch Ateliertausch oder paralleles Arbeiten am selben Ort (Symposium), fest steht, dass (vorerst) je zwei Künstler in einen intensiven Dialog miteinander treten. Und da der beendende Partner auch immer die Verantwortung für den Brand trägt, ist ein interessiertes Zuhören und ein sensibles Erfahren der künstlerischen Intentionen, der Arbeitstechniken und Materialien des Ersten  Voraussetzung für ein gelungenes Ergebnis.

Um den Dialog auf alle  teilnehmenden Künstler auszudehnen und noch viel weitere Kreise zu ziehen, sind Wanderausstellungen in alle Mitgliedsländer sowie eine Dokumentation der Annäherungsschritte geplant.

Dieser erweiterte Dialog wird mit Sicherheit dazu beitragen, die zeitgenössische Keramikkunst mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken, ihre Wertschätzung  anzuheben, und die einzelnen Künstler zu ermutigen, festgefahrene Wege zu verlassen  und Neues zu wagen. Im Sinne einer freien, selbstbewussten, modernen Kunst.

 

copyright: Ucki Kossdorff